Erfolg bei der Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii 2017

In einem harten, heissen und langen Rennen konnte sich Frau Dr.Grosse gegen eine starke Konkurrenz von 70 Athletinnen in ihrer Altersklasse durchsetzen. Das ist das Ziel in einem Sport, der einem alles abverlangt – Disziplin und Durchhaltevermögen – aber auch Ruhe und Geduld. Eigenschaften, die man sich von einer Ärztin wünscht. In der nahen Zukunft wird es Frau Dr.Grosse sportlich etwas ruhiger angehen lassen, um sich vermehrt um den weiteren Aufbau der eigenen Klinik zu widmen.

 

 

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HEITERSHEIM/ZÜRICH. Seit ein paar Tagen ist Carmen Grosse von Hawaii zurück in Zürich, ihrer Heimatstadt – als frisch gebackene Weltmeisterin im Ironman der Altersklasse W 55. Ihre Verbindung zu Heitersheim: Sie startet für die Triathlon-Abteilung des TV Heitersheim und nutzt ihren Urlaub für ein Trainingslager im Markgräflerland. Zudem hat sie lange in Müllheim gewohnt. Seit 2006 hat sie eine eigene Praxis als orthopädische Chirurgin in Zürich.
Ironman – das bedeutet Ausdauersport der Extraklasse. Wie die Männer starten auch die Frauen über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren, und hintendran gibt’s einen Marathonlauf (42,195 Kilometer). Dass sie mit der Weltspitze mithalten kann, das wusste die heute 56-Jährige spätestens 2011, als sie in der Klasse W 50 das Rennen auf Hawaii als Dritte beenden konnte.
„Es war immer mein Traum, da zu gewinnen.“ 2016 wollte sie einen erneuten Anlauf unternehmen, dann schlug aber das Pech zu. Einen Tag vor Abflug nach Hawaii zog sich Carmen Grosse eine Ellenbogenfraktur zu. Ein Jahr Training lag da hinter ihr. Sie ist trotzdem geflogen – „als Touristin eben“, erinnert sie sich daran.
Um sich für den legendären Ironman auf Hawaii zu qualifizieren, muss man bei einer von 40 Veranstaltungen auf der ganzen Welt eine vordere Platzierung erreichen. In Deutschland gibt es die Möglichkeiten in Frankfurt und nun auch in Hamburg. Carmen Grosse startete im April 2017 dazu beim Ironman in Südafrika. Und sie schaffte es, sich für Hawaii zu qualifizieren.
Ihre Stärke ist das Schwimmen. Carmen Grosse kommt vom Schwimmen. Als Kind und Jugendliche war sie in der damaligen DDR an einer Sportschule. Sie stammt aus Apolda in Thüringen. Mitte der 1990er Jahre begann sie mit dem Triathlon – wegen des Mythos Hawaii, wie sie betont. „Ich hatte damals einen Film gesehen über Hawaii, das hat mich fasziniert.“

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Am meisten Mühe hat sie mit dem Radfahren. Das Training fürs Radfahren sei sehr zeitaufwändig. Deshalb ist sie umgestiegen auf eine neue Trainingsmethode: kurze und knackige Strecken auf dem Ergometer. Ansonsten ist für sie das Sommertrainingslager in Heitersheim wichtig, wo sie besonders das Sportbad für frühe Runden im Wasser schätzt. Insgesamt sei das Sommertraining in und um die Malteserstadt wichtig für ihre Form. So nutzt sie diese Gelegenheit auch für Berg- einheiten auf dem Rad – dafür gebe es ideale Bedingungen. Auch harte Intervalle in der Ebene absolviert sie dann.
Bei dem Ironman-Rennen auf Hawaii wusste sie lange Zeit nicht mit Sicherheit, wie sie liegt. Gecoacht darf niemand werden, aber ihr Mann versorgte sie mit Zwischenständen. „Ich war wie im Tunnel“, erinnert sich Carmen Grosse an das Rennen. Ihr Denken kreiste um den nächsten Tritt in die Pedale, um den Schritt – sonst nichts.
Im Ziel hatte sie schließlich einen Vorsprung in ihrer Altersklasse von 30 Minuten. Weltmeisterin! Der Traum war in Erfüllung gegangen. Mit ihrer Zeit hätte sie sogar die Altersklasse W 50 gewonnen. Jetzt ist erst einmal Pause angesagt. „Ich konzentriere mich erst einmal auf meine Arbeit als Chirurgin“, erzählt Carmen Grosse. Aber losgelassen hat sie der Mythos Hawaii keineswegs. Eine Rückkehr dorthin ist also nicht ausgeschlossen.
Autor: Martin Pfefferle

Vom Heitersheimer Training beflügelt – Heitersheim – Badische Ze… http://www.badische-zeitung.de/heitersheim/vom-heitersheimer-tra…